mehr Shock Therapy 
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Sub Line
19.1.94, Detmold, Hunky Dory
Nummer
17
Jahr
1994
Datum
----.--.--
Written By
Gerd Sossnierz

 

19.1.94, Detmold, Hunky Dory
Eine "Recording-Night" der Pleiten, Pech und Pannen. Obwohl, ob es eine Pleite war wird sich erst zeigen, wenn der Live-Mitschnitt auf CD gebannt ist. Pech und Pannen gab es dafür reichlich. Alles fing damit an, dass der Flieger in den US nicht starten konnte. Dann ging es nicht direkt nach Frankfurt, sondern zunächst nach Paris und dann erst weiter. Von Frankfurt mußte man noch mit dem Auto nach Detmold. Anstatt 16.00 Uhr ist es 21.00 Uhr geworden, bis man nun schließlich in Detmold im Hunky Dory eintraf. Ein kurzer Blick aufs Equipment mußte zunächst ausreichen als Vorbereitung für die Live-Aufnahme. Wie im Juni letzten Jahres eröffneten Joe Became Judas für Shock Therapy, allerdings nicht ganz so überzeugend wie beim letzten Mal. Die Warterei auf Shock Therapy schien auch hier nicht spurlos an den Musikern vorbeigegangen zu sein. Eine halbe Stunde vor Mitternacht wurde das äußerst geduldige Publikum dann doch noch belohnt. Der erste Gig ihrer "Heaven And Earth"-Tour (so auch der Titel der neuen Shock Therapy-CD, die dieser Tage erscheinen wird) konnte losgehen. Der chinesisch lernende Kampfsportler (Karate), Taoismus- und Akupunktur-Anhänger Itchy John Gregory McCormick, seines Zeichens Mastermind von Shock Therapy, hatte diesmal lediglich Wes Beech (git), Cliff Hill (dr) und Eric Hoskins (b) mit dabei. Keyboarder Onyx Lustro wurde durch einen alten Kollegen ersetzt, der die Keyboard-Sounds gespeichert hatte, kurz vor Schluß aber abschmierte, weil er von seiner Halterung am Electronik-Schlagzeug wohl etwas zu hart auf den Boden aufschlug. Die Schlagzeugregion schien eh vom Pech verfolgt zu sein, ständig verrutschte die Fußmaschine, Cliff Helfer inklusive Helfer hatten alle Hände voll zu tun, sie wieder an den dafür vorgesehenen Ort zurück zu bringen und irgendwie zu befestigen. Ein großer Stein, der zum Schluß gereicht wurde, hätte es vielleicht gebracht, doch da war das Konzert schon zu Ende. Anstatt im Sextett, wie letztes Jahr, diesmal im Quartett, hatte Shock Therapy noch eine Neuerung zu bieten: Itchy, der klassisches Klavier studiert hat, spielte das ganze Konzert über Gitarre. Im Prinzip sehr lobenswert, schmälerte es doch seine Ausdruckskraft, was Mimik, Show und Bewegung angeht. Er konnte sich nicht ganz so gehen lassen, wie man es von ihm gewohnt war, da er sich auf sein Instrument konzentrieren mußte, was im Tuning allerdings nicht so ganz mit den anderen Instrumenten übereinstimmte. Bot die Band aus Detroit letztes Jahr noch ein wahres Inferno schockierender musikalischer Tatsachen, die ihrem Namen mehr als gerecht wurden, so waren sie dieses Mal musikalisch abwechslungsreicher und geradezu melodiös. Man hatte sich entschieden, keine Songs der letzten drei Europa-Touren zu spielen, sondern ausschließlich Material der neuen CD "Heaven And Earth", von Itchys Lieblingsalbum Cancer und in Europa noch nicht live gespielte Titel. Daß die Band um Titel wie "Here Is A 4-Letter Word" und "I Never Asked For This" trotzdem nicht herumkommt, war ihnen natürlich auch klar. Entgegen der sonst üblichen Gepflogenheiten brachte man "Hate Is A..." auch gleich als Opener, wohl um es hinter sich zu haben. Eigentlich haßt Itchy mitlerweile diesen Titel, weil er denkt, daß sie mittlerweile viel bessere Songs auf Lager haben als diesen. Nun gut, insgesamt muß man feststellen, daß die Explosivität ihrer Bühnenshow vom Kaliber hochexplosiven Plastiksprengstoffs zwar nicht gerade auf das von Silvesterknallern herabgesunken ist, sie war aber doch sehr gemindert. Shock Therapy ist eben nicht berechenbar.
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